Dienstag, 25. November 2014

Ein erstes Treffen

Handyklingeln weckte mich aus meinem Nachmittagschlaf am letzten Sonntag. - Der Kommunist aus Pankow lud mich ein, ihn zu besuchen. Dankbar ob der spontanen Kontaktaufnahme sagte ich zu und machte mich alsbald auf den Weg nach Pankow. Ohne Sonderzug. Mittelmäßig normal.





Videos im Netz: Von islamistischen Hasspredigern, dazu Musik... -
Militärparade UDSSR; Nordkorea, Syrien.

[...]


Meine Einschätzung:
Der kommunistische Kommilitone suchte Reinheit, Kraft, Temperament und Gerechtigkeit; dabei schien es ihm ganz gleich, wo, eben nur nicht in einer Religion, wahrscheinlich hatte er zu viel Nietzsche gelesen... - 


Späteren Abends gesellte sich noch der Steuerberater zu ihnen, um dem Gespräch der beiden zu lauschen sowie eigene Einwürfe zu machen. 
Dieses erste Treffen zu dritt gestaltete sich allerdings ein wenig hektisch, zumal der Steuerberater immer neue Pläne und Projekte aus dem Ärmel zu zaubern wusste,vielleicht aber auch ob der aufregenden neuen Bekanntschaft... -


Abschied

Ich schlug die Hacken zusammen und salutierte: »Melde mich ab!« - »Weggetreten!«,  entgegnete der Kommunist. Ich fand die Tür und entschwand in Richtung Heimat Lichterfelde.

Κристиан Φерх, M.A.

Freitag, 21. November 2014

Drei Gedichte


Das begehrte Fräulein

Der erste denkt,
Der zweite spricht,
Was der dann schenkt,
Dem sagt er's nicht.

Die rote Rose -
Ob sie trifft?
Der dritte zieht aus seiner Hose
Ein peace heraus und kifft.

Der erste fühlt,
Der zweite schreibt,
Der dritte spricht, -
Der andre wühlt
Ob doch mehr bleibt
Als so ein jämmerlich' Gedicht.
                                                      27.11.95


Für Katja

Da war doch mal ein Frauenzimmer,
Zierlich, mal possierlich und auch keck.
Sie hatte Zeit, doch auch nicht immer,
Und wenn ich Sehnsucht hatte, war sie weg.

Ich liebte sie,
doch wir uns nicht.
Wenn sie mich fragen täte: Wie?-
Sagt' ich: Sieh's doch auch mal aus Platons Sicht!

                                                 CF,        02.12.95

Für Kalina

Als Christoph einst war interniert,
Hat sich kaum jemand interessiert
Für seine schöpferischen Gaben,
Man wollte sich an seiner Krankheit laben.

Er traf dort mal ein Frauenzimmer,
Zierlich, nicht possierlich, aber keck,
Sie fand schon Zeit für ihn,
Doch auch nicht immer,
Und wenn er Treue wollte,
Ging sie weg.

Sie liebten sich nicht nur am Geist,
Und tobten miteinander Kunst,
Sie waren zueinander dreist... –
Was sie sich schenkten? – Es war Gunst. 

                                  CF, 08.09.14 – 04.10.14

Die gesammelten Werke des Autors sind im Buchhandel unter dem Titel »Seltsame Gedichte / Aphorismen« erhältlich.

 Κристиан Φерх, M.A.

Mittwoch, 19. November 2014

Anfänge und Initiationen

Eines Tages war ich mal wieder mit den Öffentlichen in Berlin unterwegs. Am U-Bahnhof Yorkstraße machte ich eine kurze Pause, um mir eine Zigarette zu gönnen. Da erblickte ich jemanden, einen Menschen. Es war ein hagerer, fast schon kleiner Mann, etwas älter als ich, mit einem charaktervollen Gesicht. Ich sprach ihn an, und bemerkte neben seinem bayerisch getönten Dialekt, dass er - ebenso wie ich - dringend dieser kleinen Zigarettenpause bedurfte. Da er mir sympathisch war, überreichte ich ihm eine Visitenkarte meines Instituts für Kommunikationsethik, dessen Motto lautet: »Die Würde des Menschen sei unantastbar...« -


Bei den folgenden Treffen mit diesem ebenso interessanten wie charismatischen Menschen wurde vornehmlich gezecht und getanzt - die Freude, welche in ihre beiden Herzen ob der neu gewonnen Bekanntschaft oder gar Seelenverwandtschaft Einzug gehalten hatte, wollte ihren Ausdruck finden.... -

Einmal stellte sich bei gegenseitigen Erzählungen heraus, dass der Ältere ein ZEN-Mönch war, was seine Anziehungskraft auf mich, den Jüngeren, nur noch verstärkte. Den seine buddhistischen Prüfungen belegenden Nachweis in Form einer ziemlich großen Urkunde in fernöstlicher Schrift hatte er neben seinen Kohleofen an die Wand gehängt.

Eines Abends - die beiden Freunde kehrten gerade von Einkäufen zurück - schien durch das Fenster einer Nachbarwohnung noch ungewöhnlich buntes Licht, welches zuweilen flackerte. Der Mönch sagte: »Oh, da ist Party, da gehen wir nach dem Essen noch hin!«

Sie kochten und aßen also in aller Ruhe, um sich dann, von ein wenig Schüchternheit zu einem zurückhaltenden Auftreten genötigt, klingelten sie an der Türe, hinter der verheißungsvoll angenehme Musik loderte. Es wurde geöffnet, und nach kurzer Vorstellung wurde ihnen von dem bärtigen, stämmigen Gastgeber Einlass gewährt. So traten sie alsbald in die gute Stube. Der Anblick, welcher sich ihnen darbot war verlockend phantastisch: Aus den Zimmerecken lachten ihnen blanke Frauenbusen entgegen, überall standen Wein- oder Wodkaflaschen zur Selbstbedienung herum, und die freundlich geweiteten Pupillen des Gastgebers verrieten seine neugierige Aufgeschlossenheit den beiden fremden, gerade erst  erschienenen Gästen der »Party« gegenüber... -

Späterer Tage kam es zu weiteren Treffen von Steuerberater, Kommunist und Linguist. -
Der Linguist will, nach 2004 (TFCWED) mal wieder einen Verein gründen, in dem offene, ja auch ergebnisoffene sowie weitgehend herrschaftsfreie Diskussionen möglich sind... -
Daher schlägt er hiermit regelmäßige Treffen des »WIGK« vor... -

(WIGK ist die Abkürzung für
Verein zur Förderung menschenwürdiger Ideologie- und Gesellschaftskritik.)
Persönliches Protokoll der Treffen wird dieser blog sein, auch wenn es zu diesen oder einer Vereinsgründung nicht kommen sollte... -



Möge dieser Blog für viele Menschen anregend und hilfreich sein!


Κристиан Φерх, M.A.

Linguistik,
Philosophie,
Religionswissenschaft