Mittwoch, 19. November 2014

Anfänge und Initiationen

Eines Tages war ich mal wieder mit den Öffentlichen in Berlin unterwegs. Am U-Bahnhof Yorkstraße machte ich eine kurze Pause, um mir eine Zigarette zu gönnen. Da erblickte ich jemanden, einen Menschen. Es war ein hagerer, fast schon kleiner Mann, etwas älter als ich, mit einem charaktervollen Gesicht. Ich sprach ihn an, und bemerkte neben seinem bayerisch getönten Dialekt, dass er - ebenso wie ich - dringend dieser kleinen Zigarettenpause bedurfte. Da er mir sympathisch war, überreichte ich ihm eine Visitenkarte meines Instituts für Kommunikationsethik, dessen Motto lautet: »Die Würde des Menschen sei unantastbar...« -


Bei den folgenden Treffen mit diesem ebenso interessanten wie charismatischen Menschen wurde vornehmlich gezecht und getanzt - die Freude, welche in ihre beiden Herzen ob der neu gewonnen Bekanntschaft oder gar Seelenverwandtschaft Einzug gehalten hatte, wollte ihren Ausdruck finden.... -

Einmal stellte sich bei gegenseitigen Erzählungen heraus, dass der Ältere ein ZEN-Mönch war, was seine Anziehungskraft auf mich, den Jüngeren, nur noch verstärkte. Den seine buddhistischen Prüfungen belegenden Nachweis in Form einer ziemlich großen Urkunde in fernöstlicher Schrift hatte er neben seinen Kohleofen an die Wand gehängt.

Eines Abends - die beiden Freunde kehrten gerade von Einkäufen zurück - schien durch das Fenster einer Nachbarwohnung noch ungewöhnlich buntes Licht, welches zuweilen flackerte. Der Mönch sagte: »Oh, da ist Party, da gehen wir nach dem Essen noch hin!«

Sie kochten und aßen also in aller Ruhe, um sich dann, von ein wenig Schüchternheit zu einem zurückhaltenden Auftreten genötigt, klingelten sie an der Türe, hinter der verheißungsvoll angenehme Musik loderte. Es wurde geöffnet, und nach kurzer Vorstellung wurde ihnen von dem bärtigen, stämmigen Gastgeber Einlass gewährt. So traten sie alsbald in die gute Stube. Der Anblick, welcher sich ihnen darbot war verlockend phantastisch: Aus den Zimmerecken lachten ihnen blanke Frauenbusen entgegen, überall standen Wein- oder Wodkaflaschen zur Selbstbedienung herum, und die freundlich geweiteten Pupillen des Gastgebers verrieten seine neugierige Aufgeschlossenheit den beiden fremden, gerade erst  erschienenen Gästen der »Party« gegenüber... -

Späterer Tage kam es zu weiteren Treffen von Steuerberater, Kommunist und Linguist. -
Der Linguist will, nach 2004 (TFCWED) mal wieder einen Verein gründen, in dem offene, ja auch ergebnisoffene sowie weitgehend herrschaftsfreie Diskussionen möglich sind... -
Daher schlägt er hiermit regelmäßige Treffen des »WIGK« vor... -

(WIGK ist die Abkürzung für
Verein zur Förderung menschenwürdiger Ideologie- und Gesellschaftskritik.)
Persönliches Protokoll der Treffen wird dieser blog sein, auch wenn es zu diesen oder einer Vereinsgründung nicht kommen sollte... -



Möge dieser Blog für viele Menschen anregend und hilfreich sein!


Κристиан Φерх, M.A.

Linguistik,
Philosophie,
Religionswissenschaft

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