Freitag, 21. November 2014

Drei Gedichte


Das begehrte Fräulein

Der erste denkt,
Der zweite spricht,
Was der dann schenkt,
Dem sagt er's nicht.

Die rote Rose -
Ob sie trifft?
Der dritte zieht aus seiner Hose
Ein peace heraus und kifft.

Der erste fühlt,
Der zweite schreibt,
Der dritte spricht, -
Der andre wühlt
Ob doch mehr bleibt
Als so ein jämmerlich' Gedicht.
                                                      27.11.95


Für Katja

Da war doch mal ein Frauenzimmer,
Zierlich, mal possierlich und auch keck.
Sie hatte Zeit, doch auch nicht immer,
Und wenn ich Sehnsucht hatte, war sie weg.

Ich liebte sie,
doch wir uns nicht.
Wenn sie mich fragen täte: Wie?-
Sagt' ich: Sieh's doch auch mal aus Platons Sicht!

                                                 CF,        02.12.95

Für Kalina

Als Christoph einst war interniert,
Hat sich kaum jemand interessiert
Für seine schöpferischen Gaben,
Man wollte sich an seiner Krankheit laben.

Er traf dort mal ein Frauenzimmer,
Zierlich, nicht possierlich, aber keck,
Sie fand schon Zeit für ihn,
Doch auch nicht immer,
Und wenn er Treue wollte,
Ging sie weg.

Sie liebten sich nicht nur am Geist,
Und tobten miteinander Kunst,
Sie waren zueinander dreist... –
Was sie sich schenkten? – Es war Gunst. 

                                  CF, 08.09.14 – 04.10.14

Die gesammelten Werke des Autors sind im Buchhandel unter dem Titel »Seltsame Gedichte / Aphorismen« erhältlich.

 Κристиан Φерх, M.A.

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